Die Abtei von San Galgano
Die San Galgano Abtei ist eines der schönsten Bauwerke der Toskana. Die einzigartige mystische und mysteriöse Atmosphäre des Ortes und die vielen Legenden, die sich um die Ursprünge und die Geschichte der Abtei und des Klosters rangen, ziehen das ganze Jahr über viele Besucher an.
Die Sehenswürdigkeit besteht aus zwei Hauptanziehungspunkten: die dachlose, gotische Kathedrale und das ungewöhnlich geformte Kloster von Montesiepi, einer alten Einsiedlerei, die die Grabkammer des San Galgano und das Schwert im Stein beherbergt.
Die Legende des Heiligen Galgano
Galgano Guidottiwar ein unzüchtiger Ritter, der in Chiusdino in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts lebte. Der Erzengel Michael erschien ihm eines Tages, überzeugte ihn Buße zu tun und wies ihm den Weg der Erlösung. Sir Galgano verkündete seine Absicht, Einsiedler zu werden und in einer Höhle zu Hausen, doch seine Freunde und Familie verspotteten ihn. Seine Mutter Dionisia überzeugte ihn, seine noble Kleidung zu tragen und nach Cicitella Marittima zu gehen, um seine Verlobte Polissena Brizzi ein letztes Mal zu sehen. Doch auf dem Weg scheute Sir Galganos Pferd und der Ritter stürzte. Plötzlich spürte er, wie eine Macht ihm zurück auf die Beine half. Der Ritter hörte eine engelhafte Stimme, der er unmöglich widerstehen konnte und die ihn nach Monte Siepi, einem schroffen Hügel nahe Chiusdinos, führte. Dort hatte er die Vision von einem runden Tempel und von Jesus Christus und der Heiligen Jungfrau Maria mit den Aposteln.
Die Stimme führte Sir Galgano zur Spitze des Hügels und hieß ihn sein sündiges Leben aufzugeben. Der Ritter zögerte jedoch und antwortete gewitzt, dass, selbst wenn er wirklich glauben würde, dass er sein Leben ändern solle, sich zu ändern ebenso schwierig werden würde, wie einen Felsen mit einem Schwert zu zerschlagen, und indem er dies sagte, zog er seine Waffe und schlug einen Stein, in voller Erwartung, dass die Schneide brechen würde. Jedoch zu seiner großen Überraschung, teilte das Schwert den Stein und verschwand bis zum Heft im Felsen.
Sir Galgano verließ den Hügel nie wieder. Er lebte in Armut, wilde Tiere waren seine einzige Gesellschaft. Die Legende besagt, dass der Teufel einst einen bösen Mann in der Verkleidung eines Mönchs schickte, um Galgano zu töten, aber die Wölfe, die bei ihm lebten, zerrissen den Mann und ließen nur seine Hände übrig.
Die Einsiedelei von Montesiepi
Das Schwert im Stein und die Hände des bösen Mannes können noch immer in der Kirche des Klosters von Montesiepi besichtigt werden, das am Ende des 12. Jahrhunderts als Mausoleum für den Heiligen gebaut wurde. Der Heilige Galgano ist in der Kirche begraben. Die Kirche hat eine sehr ungewöhnliche Form, sie ist ein Rundbau und Historiker haben die Hypothese aufgestellt, dass sie von dem SantAngelo Schloss, dem Pantheon in Rom oder sogar einer etruskischen Grabstätte inspiriert wurde, wie man sie häufig in Volterra findet, jener Stadt, die einst die Gegend kontrollierte. Die Kirche wurde im 14. Jahrhundert ausgebaut, indem eine Kapelle mit Fresken des sienesischen Malers Ambrogio Lorenzetti hinzugefügt wurde.
San Galgano und König Artus
Seit Jahrhunderten fasziniert das Schwert im Stein und seine Legende Pilger und Besucher aus der ganzen Welt. Die vielen Ähnlichkeiten zu den Geschichten der Ritter der Tafelrundes des König Artus sind wahrscheinlich nicht unbemerkt geblieben.
Viele Gelehrte weisen auf die auffällige Ähnlichkeit zwischen den Namen des Heiligen, Galgano, und dem einer der Ritter der Tafelrunde, Sir Galwyn hin, der, nebenbei bemerkt, römischer Abstammung war. Andere Gelehrte bestehen auf einer Ähnlichkeit zum jüngsten Ritter am Hofe König Artus: Sir Gawain.
Natürlich wird das Schwert im Stein mit Excalibur assoziiert und ein vor kurzem erschienenes Buch des Autors Mario Moiraghi, Das Rätsel von San Galgano (The Enigma of San Galgano), bietet eine interessante Lösung für all diese Zufälle. Der Autor behauptet, die Geschichte über das Schwert im Stein stamme aus der Toskana, aus Italien und nicht, so wie viele glauben, von den keltischen Stämmen aus Großbritannien oder Frankreich. Demnach wäre die Erzählung erst später zur König Artus Legende hinzugefügt worden. Moiraghi untermauert seine Hypothese mit wissenschaftlichen Tests, die das Schwert im Felsen in der Abtei in der Toskana bis auf das Jahr 1180 zurückdatieren - Jahre vor dem ersten belegten literarischen Bezug zum Schwert in der Artusrunde. Der Autor betont außerdem, dass die Befragung, die zur Heiligsprechung des Sir Galgano führte, eine ganze Reihe an Fakten aufweist, die mit der Legende des Sir Parsifal, dem Finder des Heiligen Grals übereinstimmen.
Wenn diese Hypothesen stimmen, dann könnte die Legende von Excalibur aus der Toskanastammen und von den Zisterzienser-Mönchen nach Frankreich exportiert worden sein, deren Verantwortlichkeit für die Verbreitung der König Artus Legenden weitgehend anerkannt ist. Darüber hinaus werden die dem Heiligen Galgano gewidmete Abtei und die Kapelle auf dieselbe Zeit zurückdatiert wie die König Artus Grabstätte in Glastonbury und auch dies stellt eine weitere Verbindung zwischen diesem magischen Ort in der Toskana und dem legendärsten aller Könige dar.
San Galgano Abtei
Die Abtei von San Galgano wurde im 13. Jahrhundert erbaut, als die alte Kapelle und das Kloster zu klein für die Pilger wurden, die kamen um die Grabstätte des Heiligen aus Siena zu besuchen. Die Abtei des Heiligen Galgano war die erste rein gotische Kirche der Toskana und wurde später das Vorbild für die Kathedrale von Siena. Die Abtei ist nach einem typisch zisterziensischen Plan erbaut, der auf einem lateinischen Kreuz mit drei Schiffen basiert, die reich an Schnitzereien und Rosenfenstern sind, mit einem Kreuzgang, Hallen und - ganz untypisch- einem Glockenturm.
Über die Jahrhunderte verurteilten die Rivalitäten zwischen Siena und Florenz die Abtei zu einem langsamen, jedoch unaufhaltsamen Verfall und am Ende des 18. Jahrhunderts kollabierte der Glockenturm und zerstörte große Teile des Kirchendaches. Die Abtei wurde aufgegeben und die Ziegel und Steine wurden von Bauherren aus der Gegend dazu genutzt Häuser oder andere kleine Kirchen zu bauen. Dank verschiedener Restaurationen zählt die Kathedrale heute zu einer der schönsten und faszinierendsten Ruinen in der Toskana und ist immer einen Besuch wert.
Viele Legenden entstanden, um das Fehlen des Daches zu erklären. Eine der beliebtesten unter den armen Bauern des Val di Merse lautete, dass Napoleon das angeblich einst goldene Dach der Kathedrale gestohlen habe.
Die San Galgano Abtei ist von Monticiano aus leicht mit einer fünfminütigen Autofahrt oder über den kürzlich errichteten Wanderweg zu erreichen.
Die Salendo Wine Bar stellt den idealen Rastplatz für ein leichtes Brunch dar. Es werden dort kalte Speisen gereicht, die aus den lokalen Spezialitäten zubereitet und mit einem erlesenen Wein kombiniert werden.













